Die Vorteile der testgetriebenen Entwicklung (TDD) in der Softwareentwicklung

Testgetriebene Entwicklung (TDD) ist eine Softwareentwicklungsmethodik, die in den letzten Jahren an Popularität gewonnen hat. Sie hat ihre Wurzeln im Extreme Programming (XP - siehe extremeprogramming.org) und ist es ein integraler Bestandteil der agilen Softwareentwicklung.TDD erhöht nicht nur die Qualität und Zuverlässigkeit der Software, sondern verbessert auch die Wartbarkeit und Skalierbarkeit des Codes. Sie hilft den Entwicklern auch dabei, sich auf die Anforderungen und Funktionalitäten zu fokussieren.

Die drei Phasen von TDD

Die testgetriebene Entwicklung folgt einem einfachen Zyklus und ist in drei Phasen unterteilt:

  1. Rote Phase: der Entwickler schreibt einen Test, der die gewünschte Funktionalität abbildet. Dieser Test wird fehlschlagen, da der entsprechende Code noch nicht implementiert wurde. Dieser Ansatz hilft dabei, sich auf die Anforderungen zu konzentrieren und stellt sicher, dass die gewünschte Funktionalität klar definiert ist.
  2. Grüne Phase: der Entwickler schreibt das absolute Minimum an Code, um den Test zu bestehen. Das Ziel ist es, den Test zu erfüllen und damit zu zeigen, dass die gewünschte Funktionalität korrekt implementiert wurde.
  3. Refactoring-Phase: der Entwickler verbessert den Code unter Beibehaltung der Funktionalität, um einen sauberen, lesbaren und wartbaren Quellcode zu erhalten. Diese Phase ist entscheidend, um sicherzustellen, dass der Code testbar bleibt und die Software in kleinen, überschaubaren Teilen schrittweise weiterentwickelt werden kann.
Ein Zyklus mit den drei Phasen rot (Entwicklung des Tests), grün (Entwicklung des Codes zur Erfüllung des Tests) und refactor (Bereinigung des Codes).
Der kontinuierliche Zyklus von roter (Test), grüner (Code) und Refactor (Clean) Phase

Die Vorteile von TDD für Unternehmen

TDD bietet zahlreiche Vorteile für Unternehmen jeder Größe. Für Start-ups sorgt es für eine nachhaltige Produktentwicklung. Indem zuerst Tests geschrieben werden, haben die Entwickler ein klares Verständnis der gewünschten Funktionalität, was bei der Gestaltung und Implementierung des Codes hilft. TDD fördert auch die Entwicklung kleiner, testbarer Codeeinheiten, die leicht in das Gesamtsystem integriert werden können.

Für größere Unternehmen trägt TDD zu einer besseren Codequalität und geringeren langfristigen Wartungskosten bei. Dadurch sinkt die Wahrscheinlichkeit, dass Bugs und Fehler in das System gelangen.

Außerdem dienen die Tests als lebende Dokumentation des Codes und vermitteln ein klares Verständnis des erwarteten Verhaltens. Dies verbessert die Wartbarkeit der Codebasis, da die Entwickler Probleme leicht erkennen und beheben können, ohne neue Fehler einzubringen.

TDD verbessert auch die Qualität und Zuverlässigkeit der Software. Durch das Schreiben von Tests sind die Entwickler gezwungen, über mögliche Sonderfälle und Fehlerszenarien nachzudenken. Dies führt zu einem robusteren und widerstandsfähigeren Code. Die Tests fungieren als Sicherheitsnetz, das Abweichungen auffängt und die Entwicklung von neuen Fehlern reduziert. Automatisierte Tests, die ein integraler Bestandteil der testgetriebenen Entwicklung sind, ermöglichen ein häufiges und effizientes Testen der Codebasis und gewährleisten, dass die Software stabil bleibt und die erwartete Leistung erbringt.

Ein weiterer Vorteil dieses Ansatzes ist die bessere Abdeckung der Akzeptanzkriterien einer User Story in einem Sprint. Im Grunde spiegeln die Unit-Tests die funktionalen Anforderungen einer Story wider. Die Entwicklung von Code, der diesen Tests erfüllt, hilft dabei, die Anforderungen einzuhalten. Ein Entwickler kann durch einen Blick in die Tests leicht feststellen, ob alle genannten Anforderungen abgedeckt sind.

Was man Ihnen nicht über TDD sagt

Auch wenn die testgetriebene Entwicklung ein großartiger Ansatz zur Verbesserung der Codequalität ist, ist sie kein Allheilmittel. Es gibt einige Dinge zu beachten, bevor Sie TDD in Ihren Entwicklungsprozess einführen.

Die Entwicklung neuer Funktionen dauert länger. Auch das Schreiben von Tests kostet Zeit. Dies muss auch bei der Schätzung des Aufwands berücksichtigt werden, der erforderlich ist, um das Sprint-Ziel am Ende des Sprints zu erreichen.

Außerdem decken die meisten Tests nur Teilaspekte ab. Da das Ziel von TDD darin besteht, abwechselnd Tests und Code zu schreiben, werden in der überwiegenden Zahl der Fälle Unit-Tests geschrieben. Diese decken jedoch keine vollständigen Prozesse ab. Bevor eine User Story freigegeben werden kann, müssen automatisierte End-to-End-Tests oder manuelle Tests durchgeführt werden.

Zudem kann die Fehlerbehebung oder das Refactoring mühsam werden. Einer der größten Vorteile von TDD (die Erstellung vieler Tests und eine hohe Testabdeckung) kann auch zum Nachteil werden. Wenn im Zuge des Refactorings oder der Fehlerbehebung Code angepasst wird, kann dies dazu führen, dass auch einige Tests angepasst werden müssen. Das kostet Zeit und der Entwickler muss verstehen, was die Tests überprüfen sollen.

Fazit

Testgetriebene Entwicklung ist eine von vielen Möglichkeiten, die Qualität Ihres Codes sicherzustellen und zu verbessern. Das Befolgen der drei Phasen "Entwicklung des Tests", "Entwicklung des Codes zur Erfüllung des Tests" und "Überarbeitung des Codes" ist ein guter Prozess, um Konsistenz und eine hohe Testabdeckung zu gewährleisten. Allerdings müssen auch die negativen Aspekte von TDD berücksichtigt werden. Wenn die Priorität darin besteht, einen Prototyp zu liefern, der anschließend weggeworfen wird, sollte man sich zweimal überlegen, ob man Zeit in die Entwicklung von Tests investiert.

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